Gleichberechtigung kommt auf den Lehrplan

Endlose Diskussionen über das Für und Zuwider der Aufklärung  über sexuelle Vielfalt an Deutschlands Schulen decken hierzulande auf, dass das Thema Homophobie und die Akzeptanz von Anders-Liebenden noch lange nicht zu den Akten gelegt werden kann. Stellvertretend für die Nation tragen derzeit in Baden-Württemberg Befürworter und Gegner eines reformierten Bildungsplans 2015 – mit dem Ziel: Akzeptanz von sexueller Vielfalt – einen unschönen Kampf aus. In Großbritannien ist man über solche Dinge erhaben. Dort macht man Nägel mit Köpfen. Im Cruzon Cinema, im West-End Londons, feierte gestern die Organisation Stonewall, die sich für die Rechte von Schwulen, Lesben und Bisexuelle einsetzt, die Premiere von „Free“, einem Aufklärungsfilm, der in Grundschulen Diskriminierung bekämpfen und über nicht-traditionelle Familienstrukturen altersgerecht aufklären will. Free wird an jede Grundschule im Vereinigtem Königreich geschickt, zusätzlich gibt es einen detaillierten Lehrplan.

Neue Wege zur eignen Identität finden, das war die Aufgabe, die sich Regisseur Rikki Beadle-Blair und sein Team im Vorfeld gestellt hatten. Vier Jahre lang arbeiteten die Macher mit Grundschulen, Lehrer, Schülern und Eltern zusammen. Das Ergebnis ist Free. Die Premiere wurde von der Bank BNP Paribas unterstützt.

Free folgt den Pfaden von Fit. Ebenfalls ein von der Stonewall-Organisation indiziertes Projekt, das bereits im Februar 2010 an alle weiterführenden Schulen des Landes distribuiert wurde, für Respekt, Verständnis sowie Gleichheit wirbt und von Lokalpersönlichkeiten unterstützt wurde.

Das aktuelle Stonewall-Projekt wird wie sein Vorgänger ebenfalls von bedeutenden Persönlichkeiten unterstützt. „Eine wundervolle Arbeit“, soll beispielsweise Kinderbuchautorin und Children’s Laureat Preisträgerin Jacqueline Wilson gelobt haben. Auch Justine Roberts, Geschäftsführerin von Britanniens größtem Online-Portal für Eltern, betonte, dass solche Filme Kinder hervorragend bestätigen und erziehen.

Was in Deutschland vielleicht nicht einmal im Jahre 2015 der Fall sein, startete in Großbritannien bereits vor vier Jahren, im Jahre 2010. Die Engländer haben wohl verstanden, dass Aufklärung von Schülern der Richtige Weg zu weniger Leid und Diskriminierung an Schulen ist und in der Folge zu einer besseren Gesellschaft führt.  Zu hoffen bleibt, dass auch hierzulande die Vernunft siegt, über veraltete Strukturen und ihre eingeschränkte Sicht der Dinge.

Hier ein paar Fakten:

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